„Verstecken war gestern“ — Warum authentische Businessfotos mehr Mut brauchen als Perfektion

Verstecken war gestern — warum diese Serie entstanden ist

Die Idee zu dieser Kampagne entstand aus einer Beobachtung, die mir als Fotograf fast täglich begegnet: Viele Menschen verstecken sich lieber vor der Kamera, als sich wirklich zu zeigen. Nicht, weil sie unfotogen wären — sondern weil Sichtbarkeit Mut braucht.

„Verstecken war gestern“ ist inzwischen die vierte Ausgabe meiner jährlich erscheinenden Mailing-Serie. Dieses Mal allerdings aufwendiger als je zuvor: mit eigens produzierten Motiven, nummerierten SX70-Prints, Pergamentumschlägen und erstmals auch einem begleitenden Making-of-Film.

Die Serie ist ein fotografisches Statement. Und gleichzeitig eine Einladung, Businessfotografie anders zu sehen: persönlicher, ehrlicher und weniger perfekt.

Die vier Motive der Serie:

„Ich bin einfach nicht fotogen“ — ein Satz, den ich ständig höre

Kaum ein Satz fällt bei Shootings häufiger. Viele Unternehmer:innen, Kreative oder Selbstständige fühlen sich unwohl vor der Kamera. Dabei geht es selten um das Aussehen.

Oft geht es um Kontrolle. Um Selbstbild. Um die Angst, bewertet zu werden.

Genau deshalb entstehen authentische Businessfotos nicht durch perfekte Posen oder künstliche Inszenierung. Sondern in Momenten, in denen Menschen anfangen, sich selbst nicht mehr permanent zu beobachten.

Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Herausforderung guter Portraitfotografie.

Kopfüber, Windspiel, Dahlien und Hortensien — Portraits über das Unsichtbarsein

Die vier Motive der Serie zeigen bewusst keine klassischen Portraits. Statt direkter Präsenz geht es um Verbergen, Bewegung und Fragmente von Persönlichkeit.

„Kopfüber“, „Windspiel“, „Dahlien“ und „Hortensien“ stehen sinnbildlich für das, was viele Menschen empfinden, wenn eine Kamera auf sie gerichtet ist: den Wunsch, sich gleichzeitig zu zeigen und zu verstecken.

Mich interessiert genau dieser Zwischenraum. Nicht die perfekte Oberfläche, sondern die echten Momente darunter.

Als Porträtfotograf aus Bremen ist genau das die Grundlage meiner Arbeit.

Warum ein Pergamentumschlag heute mehr Aufmerksamkeit bekommt als ein Social-Media-Post

Die Kampagne sollte bewusst analog funktionieren.

Hochwertig gedruckte und nummerierte Karten plus ein SX70-Polaroid-Print im Pergamentumschlag erzeugen etwas, das digital fast verloren gegangen ist: echte Aufmerksamkeit.

Insgesamt werden 500 Karten verteilt — 250 personalisiert verschickt und weitere 250 direkt in Briefkästen relevanter Unternehmen eingeworfen.

Nicht als klassische Werbung. Sondern als etwas, das man in die Hand nimmt, öffnet und vielleicht nicht sofort wieder vergisst.

Gerade heute wirkt Haptik fast ungewöhnlich. Vielleicht genau deshalb bleibt sie hängen.

Der Making-of-Film: sichtbar machen, was sonst hinter der Kamera passiert

Parallel zur vierten Ausgabe der Serie entstand erstmals auch ein Making-of-Film, der die Entstehung der Kampagne dokumentiert.

Nicht perfekt inszeniert, sondern bewusst nahbar.

Der Film zeigt die Produktion der Bilder, die Gestaltung der Prints und die Gedanken hinter „Verstecken war gestern“. Gleichzeitig erzählt er auch von dem gemeinsamen Prozess hinter der Kampagne.

Entstanden ist das Projekt zusammen mit meiner Assistentin Rukmini, die nicht nur beim Verpacken, Verteilen und Organisieren geholfen hat, sondern auch selbst Teil der Serie wurde und in zwei der Motive zu sehen ist.

Und natürlich hat das alles gemeinsam auch einfach deutlich mehr Spaß gemacht.

Danke, Rukmini.

Hier gibt es einen Einblick in die Entstehung der Serie:

500 Karten. Nummeriert. Persönlich verschickt.

Jede Karte ist Teil einer limitierten Serie und einzeln nummeriert. Diese kleine Geste verändert sofort die Wahrnehmung.

Die Empfänger:innen halten nicht einfach Werbung in der Hand, sondern ein Stück fotografischer Arbeit.

Vielleicht ist genau das heute wichtiger denn je: Dinge zu schaffen, die nicht sofort weitergewischt werden.

Authentische Businessfotos beginnen für mich deshalb nicht erst beim Shooting — sondern bereits bei der Haltung dahinter.

Authentische Businessfotos entstehen nicht durch Perfektion — sondern durch Vertrauen

Viele glauben, gute Bilder hätten vor allem mit Fotogenität zu tun. Ich glaube eher, sie entstehen durch Vertrauen.

Durch Gespräche. Durch Ruhe. Durch Situationen, in denen Menschen vergessen, dass sie fotografiert werden.

Genau deshalb interessieren mich echte Persönlichkeiten mehr als perfekte Oberflächen.

Denn die stärksten Portraits entstehen oft genau dann, wenn Menschen aufhören, etwas darstellen zu wollen.

Vielleicht geht es bei guten Portraits gar nicht ums Zeigen — sondern ums Ankommen

Nach der ersten Verteilaktion gab es bisher genau 9 direkte Rückmeldungen. Auf Social Media wäre das vermutlich anders. Schneller. Sichtbarer. Messbarer.

Aber vielleicht funktionieren echte Dinge langsamer.

Vielleicht liegt eine der Karten gerade noch auf einem Schreibtisch zwischen Notizen und Unterlagen. Vielleicht wird sie nicht sofort weggeworfen, sondern erst einmal behalten. Weil sie sich anders anfühlt. Weil sie neugierig macht. Oder weil sie für einen kurzen Moment aus dem üblichen Werberaum herausfällt.

Genau deshalb wollte ich diese Kampagne analog denken.

Nicht als schnelle Aufmerksamkeit. Sondern als etwas, das bleibt.

Denn Sichtbarkeit entsteht nicht immer im ersten Moment. Manche Bilder brauchen Zeit.

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